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Vereinfachen, nicht abschaffen!
Freie Akademie Kunst+Bau lädt ins Atelierhaus ein.
Claudia Trache, Dresdner Universitätsjournal Nr. 12/2015

Zu einem besonderen Kunstwochenende lädt die Freie Akademie Kunst+Bau vom 3. bis 5. Juli auf das einst von Bildhauer Edmund Moeller geschaffene Anwesen mit Atelierhaus und Skulpturenpark an der Gostritzer Straße 10 ein. Unter dem Titel „SelbstÄhnlich“ wird das Werk des 2008 verstorbenen Malers Friedrich Kracht anlässlich seines 90. Geburtstages erinnert.

Friedrich Kracht, ein Vertreter der konkreten Kunst, entwickelte seit 1965 serielle Systeme für Freiraum und Bau. Gemeinsam mit dem Künstler Karl-Heinz Adler, Honorarprofessor der TU Dresden, ebnete er den Weg zum Erhalt des Moellerischen Anwesens für die nachfolgende Generation. Seine Töchter Jakoba und Janina Kracht, sowie der Sohn von Karl-Heinz Adler setzten sich für den Erhalt des Anwesens ein und eröffneten im Jahr 2000 neun sanierte Ateliers.

Gleichzeitig wird der Künstler und Weggefährte Krachts Jochen Stankowski zu seinem 75. Geburtstag mit einer Ausstellung geehrt. Als Allround-Talent in Malerei, Grafik, Fotografie zu Hause, gilt er als einer der Pioniere der Markenästhetik des 20. Jahrhunderts. Als Grafik-Designer entwickelte er Firmengesichter und Firmenzeichen für namhafte Firmen und Institutionen wie Deutscher Ring oder REWE mit. Die künstlerischen Werke der zu Ehrenden werden sowohl musikalisch als auch durch wissenschaftliche Vorträge umrahmt.

Dr. Niels-Christian Fritsche, Professor für Darstellungslehre, und Produktdesigner Thomas Kohl, werden diese Veranstaltung mit je einem Referat aus ihren Fachbereichen unterstützten. Beide haben sich mit seriellen Systemen und dem Beton-Formstein-Programm, einem speziellen Kunst-und-Bau-Thema in der DDR, auseinandergesetzt, das Friedrich Kracht mitentwickelt hat. Beide sind sowohl der Kunst im Allgemeinen sowie der Freien Akademie Kunst+Bau eng verbunden. So hat Thomas Kohl in den vergangenen Jahren zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Jochen Stankowski in dessen Galerie Konkret an der Gestaltung von Ausstellungen und der Konzeption von Werkstattgesprächen mitgewirkt.

Professor Fritsche beschäftigt sich am Sonnabend, 4. Juli um 17 Uhr mit der Frage „Wie weit kann man Kunst vereinfachen (oder sie abschaffen)?“ Dabei wird er auch Arbeiten von Kracht und Stankowski am Original besprechen und vergleichen.

Thomas Kohl spricht bereits am 3. Juli um 20 Uhr über systematische Formfindungs- und Entwicklungsprozesse, die sowohl in der konkreten Kunst als auch in Architektur und Design eine große Rolle spielen.

Die Besucher können sich aber auch auf zwei Konzerte freuen. Am Sonnabend um 19 Uhr nähert sich Katharina Müller mit ihrer Violine dem Thema ‚konkrete Musik’ an. Am Sonntag um 17 Uhr ist das Trio ‚Shuriaki’ mit Folk aus Osteuropa zu erleben. Der Sonntag steht ab 15 Uhr ganz im Zeichen der Familie. Groß und Klein kann unter anderem mit Hilfe von bereitgestelltem Material selbst kreativ werden und in der Tradition des Hauhauses eigene schöpferische Ideen entwickeln.