Kontakt Zeichensteller Grafikdesigner radioplanMCDACoretaaktuell Webdesigner Fotograf ExperimentSachfotografieArchitekturBild+Abbild Maler DialektikLicht/SchattenVariation 4aktuell
Texte
Publikationen
Aktuell

Grundlagen
Gedanken zu angewandten Arbeit
Jochen Stankowski, 1998

In den moderner Kommunikations sind für mich vor allem zwei Stränge erkennbar:

Unter dem ersten, dem vorherrschenden Strang möchte ich alle gesellschaftlichen Formen und Erscheinungen zusammenfassen, die es uns, dem Endverbraucher, dem Konsumenten, erschweren, Zusammenhänge zu verstehen oder besser noch: zu durchschauen.

Ich erinnere Sie in diesem Zusammenhang an kaum mehr lesbare, entzifferbare Abrechnungen für Gas oder Elektrizität, an das Kleingedruckte bei Versicherungsverträgen, an Klauseln und Geschäftsbedingungen, an Gebrauchsanweisungen oder Erläuterungen für technisches Gerät, an Beipackzettel für Medikamenten und und und ....

Der ganz normale Bürger, der Mensch auf der Straße, viele von Ihnen, aber in jedem Fall ich - wir sind kaum mehr in die Lage, diese Chiffren zu entziffern, die Dimension ein Vertrags zu erkennen, seine Folgen, Wirkungen ...

Dahinter steckt natürlich nicht, wie wir früher manchmal glaubten, eine große, geldgierige Macht, die uns verwirren will und wehrlos machen, sondern in der Regel das Unvermögen der Produzenten, der Erzeuger, Vertreiber, Dienstleister, Verkäufer ... usw. Zusammenhänge klar und eindeutig erkennbar zu machen.

Wir sind nun nicht so naiv, zu glauben, daß es andererseits keinerlei Interesse gäbe, bestimmte Sachverhalte komplizierter darzustellen als sie sind. Denn nahezu jede Industrie hat ein Interesse daran, sich vor Klagen, Schadensersatzansprüchen etc. zu schützen.

Das ist der eine Strang. Man könnte ihn also, etwas verkürzt gesagt, als verwirrend, langatmig, undurchsichtig, verbraucherfeindlich, undemokratisch, doktrinär, elitär bezeichnen.

Den anderen, den zweiten Strang zeichnet in erster Linie Klarheit aus, Deutlichkeit, Strenge in der Sache, die Beschränkung auf das Wesentliche, allgemeine Verständlichkeit, Transparenz, Kürze. 

Übersetzt auf meine Aufgabe, heißt das, daß ich für die mir gestellten Aufgaben die notwendige Akzente setze, denn meine Arbeit gründet, theoretisch und praktisch, ja gerade auf der Erkenntnis, daß wir reduzieren müssen, auswählen, die richtigen und wichtigen Teile einer Aufgabe herausfinden, anderes wegzulassen, um sie dann sichtbar zu machen. Es ist gleichgültig, ob eine Botschaft offline oder online ausgesandt wird. Entscheidend ist das Gelingen einer Reduktion. Reduktion ist kein Verlust, sondern Gewinn.

Das Wesentliche, den Kern finden: Speed und Gelassenheit. Nach der Auswahl-Kompetenz muß die Bewertungs-Kompetenz kommen. Das wird immer schwerer, denn das Informationsangebot für uns alle wächst und verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Statt Hilflosigkeit brauchen wir eine Kultur des lebensklugen Wählens, um nicht hilflos durch den Cyberspace unbegrenzter Möglichkeiten zu irren. Gegen den Andrang virtueller Welten hilft es nicht, den Stecker zu ziehen.

Meine Ausbildung begann handwerklich: Ich wurde Schriftsetzer, arbeitete in verschiedenen Druckereien, machte eine weitere Ausbildung als Grafik-Designer, Studierte im Ausland, arbeitete als Fotograf, Buchgestalter, Ausstellungsmacher, entwarf für große und kleine Firmen und Institutionen Firmenlogos und gründete mit Freunden eine Zeitung, das Kölner Volksblatt, eine Zeitung für Bürgerinitiativen und Einzelpersonen, die in den kommerziellen Publikationen nicht oder kaum zu Wort kommen.