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Kunst als Reduktion der Wirklichkeit
Schauplätze spannender Gegenwartskunst: Galerie Konkret  Dresden
Josephine Karg, ad rem, 2006

„Ich habe keine Furcht vor dem weißen Blatt Papier. Ich vertraue auf meine spontanen Ideen.“

Jochen Stankowski arbeitet grenzüberschreitend in medialer und formaler Hinsicht. Ob Zeichnung, Skizze, Webdesign oder Fotografie, in all jenen Bereichen ist er tätig. und experimentiert mit der Formensprache, dem Zeichenbegriff bis hin zum Piktogrammhaften oder mit Schatten und Lichtreflexen. Zu sehen ist ein Teil seines Schaffens in seiner Galerie „Konkret“, in der Rothenburgerstraße 3 in der Dresdner Neustadt.

Der Name „Konkret“ verweist sogleich auf die von ihm gelebte Kunstauffassung, nämlich auf den Konstruktivismus. In der Galerie sind vor allem gemalte Bilder zu sehen, auf denen geometrische Formen Gegensatzpaare bilden oder aufgefächert, gereiht, eindimensional abgebildet sind. Der Maler geht den Dingen auf den Grund. „Ich möchte mich selbst als Zeichensteller beschreiben. Ich stelle Zeichen und zugleich Fallen – „Sehfallen“. Der Betrachter stolpert darüber und wundert sich.“ So beschreibt der Künstler die Intention seiner Werke. Ziel sei es, das Nicht-Gesehene in der Umwelt sichtbar zu machen, ganz im Sinne des russischen Konstruktivismus der 20er Jahre. Im angeregten Galeriegespräch mit dem Künstler über Vorbilder seiner Kunst fallen Namen wie: De Stijl, Bauhaus, Malewitsch, Rodtschenko und natürlich Wassily Kandinsky: Das „Geistige in der Kunst“, was ein Aufsatz Kandinskys ist, beschäftige auch Stankowski bei seiner Arbeit.

Er studierte Typografie in Stuttgart und Design in London. 1940 wurde er im Ruhrgebiet geboren. Sein Interesse an dem Zeichen wurde früh geweckt. Das geht auf seinen Onkel Anton Stankowski (1906-1998) zurück. Er war ein Vorbild für viele Generationen von Grafik-Designern. Er entwarf zum Beispiel das Logo der Deutschen Bank mit der Diagonale im Quadrat. In einem gemeinsamen Atelier entwickelten Onkel und Neffe in den 70er Jahren die Marke „REWE“. Jochen Stankowski zog 1998 nach Dresden und fühlt sich sehr wohl hier. „Das Unnütze und das Spielerische gefallen mir am Barock.“ Außerdem mag er die Proportionen von Stadt und Landschaft in Dresden.

„Wichtig ist es, immer neugierig zu bleiben. Ich versuche alles grafisch umzusetzen: Klänge, Rhythmus, Sprache und Bewegung. Dabei reduziere ich solang, bis es banal werden könnte und freue mich, wenn es am Ende nicht banal ist.“ Das seine Kunst alles andere als banal ist, kann bei einem Galeriebesuch  begutachtet werden.    
Josephine Karg

http://www.atelier-stankowski.de/aktuell.php