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Die Sammlung Goller 
2022: im Rosenthal-Theater Selb

Seit den siebziger Jahren wächst die Kunstsammlung des Ehepaars Heidi (gest. 2017) und Hans-Joachim Goller kontinuierlich an. Derzeit umfasst sie nahezu 1.200 Arbeiten von 225 KünstlerInnen. Einen Schwerpunkt bilden die graphischen Blätter und die konkrete, konstruktive Kunst aus verschiedenen europäischen Ländern.

In der Ausstellung werden Schöpfungen deutscher und tschechischer bedeutender konkreter Künstler einander gegenübergestellt. (...) Präsentiert werden von jedem Land sechs KünstlerInnen, die jeweils in drei Frauen und drei Männer gegliedert sind.

Folgende Künstler wurden ausgewählt:
Aus Deutschland: Rupprecht Geiger, Sybille Hochreiter, Jakoba Kracht, Sabine Richter, Roland Helmer, John Schmitz und Jochen Stankowski

Aus der Tschechei: Jan Kubícek, Dagmar Brichcínová, Eva Francová, Jaroslava Severová, Lubomir Pribyl, Pavel Rudolf und František Steker.

Publikationstext von Hans-Joachim Goller:
»Bei Jochen Stankowski liefen die Gebrauchsgrafik und die freie Kunst immer parallel. Zwischen beiden gibt es in der Formfindung keinen Unterschied. In der Ideenfindung befruchten sie sich gegenseitig. (...)

Seine Vorgehensweise beim angewandten oder beim freien Arbeiten schildert er mirJochen Stankowski in fünf Schritten: (1) Das begegnende Thema muss bei ihm Empfindungen, Gefühle auslösen. (2) Damit muss er Bilder und Techniken in Verbindung bringen. (3) Er strebt ein Gleichgewicht an aus der Auswahl zwischen den vielfältigen, verfügbaren Formenwelten oder er entwickelt weiter oder er entwickelt sie neu. (4) In jeder Aufgabenstellung liegt für ihn bereits deren Lösung oder ein Lösungsbündel, er muß sie nur herauskristallisieren. (5) Diese reduziert er dann auf eine Aussage (...)

Formen stehen bei Stankowski an erster Stelle, sie sind für ihn primär. Dabei ist für ihn die Differenzierung der Umgang mit dem Quadrat plus einer anderen Form vorrangig. Sein über langer Zeit andauernder Umgang mit Zeichen bewirkte und bewirkt noch in ihm eine unerschöpflich sprudelnde Quelle. In seinen konkreten Arbeiten dominiert die gerade Linie, gekrümmte kommen nur als Ausnahme vor.

Bei Farbe, er verwendet Acryl, ist er nicht festgelegt. Er lässt fast die ganze Palette zu. Er arbeitet mit der Spannung zwischen Komplimentärfarben. Er mischt präzise, bis der Ton stimmt. Auch Abstufungen zwischen den Tönen einer einzelnen Farbe setzt er ein. Verläufe kommen nicht vor. Farbenvielfalt lässt er zu, Buntheit vermeidet er.«