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Hinweisschilder - Orientierung im öffentlichen Raum
Atelier Anton und Jochen Stankowski
im Auftrag des Tiefbauamt Stuttgart, 1972

Zeichensystem zur Orientierung in Unterführungen insbesondere der U-Bahn.

Da die Gestaltung unterirdischer Orte der Menschen ein tieferliegendes Problem anschneidet, ist der französischen Soziologen  Michel Ragon zitiert:

„Es ist unvermeidlich, dass sich der Aufenthalt unter der Erde oder das Arbeitsleben im wesentlichen ohne Tageslicht abspielt. Die architektonische Gestaltung muss folglich psychologische Faktoren für Seele und Körper berücksichtigen. Dazu gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten: einmal dem Benutzer Sicherheit zu vermitteln, indem die Konstruktion, die Auflage, Stützlinien und Wölbungen gezeigt werden ... und zum anderen die Schwerelosigkeit der Konstruktion über der Erde betonen, sodass die unterirdische Architektur als deren Fortsetzung erscheint.“

Vorschläge, die sich auch auf eine Passanten-Befragungen stützten:
– Verschiedene Unterführungen und U-Bahnhöfe sollen nicht synonym gestaltet sein.
– Informationen über gleichbleibende Fakten sollten dagegen gleich sein,
– Farbe als Flächen, Bänder, Formen etc. können über die Sympathie Sicherheit geben.
– Übersichtliche Hinweistafeln sollen dem Besucher schon am Eingang Informationshinweise auf den unterirdischen Weg, Einrichtungen (Telefon, U-Bahn, Toiletten etc.) geben.
– Kinder, Schüler, Studenten, Künster, Maler, Grafiker soll gegen Bezahlung die Möglichkeit gegeben werden, auf präparierten Wänden zu malen. Dieses kann in unterschiedlichen Zeitabständen wiederholt werden.
– Infoflächen sollen auf in der Nähe liegenden Möglichkeiten der Entspannung in Museen,  Ausstellungen, Kirchen, Parks, Veranstaltungen ... hinweisen.
– Räumliche Orientierungsobjekte von dem Bauwerk, in dem sich der Besucher gerade befindet sollen an Sammelpunkten aufgestellt werden.

Schilder Alle Informationen sollen schnell erfaßbar sein. Dazu gehört auch das Wiedererkennen der Stelle, auf der sie stehen. Dieser einheitliche Zeichenhintergrund muß sich durch seine Eigenart von anderen Lichtquellen und Dekortionen absetzen. Das Informationsband muß wie ein Signal wirken: hier sind die offiziellen Informationen. Deshalb sind die Informationsbänder in zwei Farben gelb und weiß und in einem bestimmten Verhältnis 4:1 vorgeschrieben.

Voranzeiger für Fußgänger zur Vororientierung, angebracht an den Stirnseiten des Abgangs sind deshalb notwendig, weil der Passant sich in den Unterführungen keinen Gesamtüberblick verschaffen kann. Viele Fußgänger haben Hemmungen in Unterführungen hinein zugehen, weil sie nicht wissen, ob sie dort die Richtung finden, in die sie gehen wollen. Weil viele Passanten sich nicht nach Straßennamen orientieren, wird der Grundriß vereinfacht dargestellt und immer nach dem Standpunkt ausgerichtet.